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Festbericht
über das 321. Schützen- und Volksfest in Buschbell vom 24. bis 26. Juli 2004

Viel Wasser war in der Woche vor unserem diesjährigen, dem 321. Schützen- und Volksfest, geflossen, das meiste davon vom Himmel kommend, etliches aber auch, das über die Stirne der Helfer geflossen war, die den Schulhof der Edith-Stein-Schule wieder in einen gemütlichen Biergarten verwandelt hatten.
Pünktlich zum Festbeginn zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite und beschien die angetretenen Schützenschwestern und –brüder, die sich zum ersten Vereinsfoto nach 22 Jahren zusammengefunden hatten. Nach getaner Arbeit konnten sie in diesem Jahr erst einmal vor Ort bleiben und sich auf dem sich zunehmend füllenden Festplatz amüsieren. Denn erst gegen 21 Uhr stellten sich die Schützen in Begleitung einer Abordnung unserer Freunde aus Willmering auf, um das Königspaar, die Majestäten und den Präsidenten am Hause des amtierenden Schützenkönigs Heinrich Cremer abzuholen. Nach einer kleinen Stärkung ging es im Fackelzug zurück, und es säumten fast mehr Schaulustige die Straßen als beim sonntäglichen Umzug. Zurück auf dem Schulhof formierten sich die Schützen unter Begleitung der Blasmusikkapelle Hans Schornberg, Bonn, und des Tambour- und Hornisten-Clubs Köln-Kalk Humboldt e.V. zum Großen Zapfenstreich, ein Geburtstagsgeschenk für den Präsidenten Karl-Heinz Müller und ein Publikumsmagnet gleichermaßen.
Aber nicht nur dieses für Zuschauer wie Teilnehmer beeindruckende Schauspiel bestimmten den Verlauf des Samstagabends: Günther Wallrath wurde mit dem 165. Schuss neuer Bürgerkönig, während Detlef Wallrath sich vor Karl Werner und Ralf Diehl den Bürgerpokal sicherte. Den spontan ausgeschriebenen Wettbewerb eines Gästekönigs unterhalb der Adlerschützen aus dem Bayrischen Wald gewann mit dem 59. Schuss Manfred Klier.
Der Schützenfestsonntag begann wie immer mit einem Hochamt zu Ehren der Lebenden und Verstorbenen der Bruderschaft, das in diesem Jahr von Dechant Christof Dürig zelebriert wurde, der mit spitzer Zunge darauf hinwies, dass am eigenen Schützenfest kein Sebastianer vor den Toren der Kirche warten müsse. Am Ehrenmal gedachten die Schützen und Bürgermeister Hans-Willi Meier dann anschließend der Verstorbenen und Gefallenen mit einer Kranzniederlegung.
Während des Frühschoppens gewährte Petrus uns zum letzten Male Schützenfestwetter; so strahlten die Sonne und Heike Kuhn nebst Sohn Hendrik um die Wette, als sie zum neunten Mal in Folge eine Rekordsumme vom 2. Vorsitzenden und Nikolaus Hans-Dieter Müller zugunsten der Elterninitiative Herzkranke Kinder e.V. in Empfang nehmen konnte. Bürgermeister Meier rief dazu auf, das im kommenden Jahr anstehende Jubiläum Müllers mit reichlich Spenden zu feiern.
Ziemlich genau um 15 Uhr zogen dann dunkle Wolken auf, die bis in die Abendstunden Regen mit sich brachten, so dass der Festzug mit seinen 12 Gruppen nur einmal um den Block führte, um wasserschweren Uniformen und Fahnen oder Erkältungen vorzubeugen. Trotz des nassen Wetters war die Aula gut besucht, und die Kleinen hatten bei endlosen Fahrten im „Buschbell-Express“ und bei der Kinderbelustigung ihren Spaß.
Die Ehrenpreise errangen: bei den Schülern Simone Tuscherer von Sebastianus Brauweiler vor Sven Pogodzinski vom Frechener Schützenverein, bei der Jugend Daniel Schubert vor Michaela Hofacker, beide Sebastianus Brauweiler, sowie bei den Schützen Willi Müller vor Günther Ergert, beide vom Frechener Schützenverein.
Für manch einen, besonders für das Geburtstagskind Christian, war der Übergang zum Montag fließend und flüssig und ziemlich lang. Trotzdem trafen die meisten zum gemeinsamen Frühstück, das von Schützenliesel Rosemarie Wichterich und Scheibenkönig Hans-Dieter Birk gestiftet worden war, gegen 11 Uhr den Umständen entsprechend fit und ausgeschlafen in der Aula ein.
Man ließ den Tag gemütlich beginnen; nach dem Industrievogelschießen errangen Karl-Willi Schnatz und Michaela Kreutz die Würde des ersten bzw. zweiten Ritters. Am Nachmittag begannen dann die Vogelschießen. Zum ersten Mal seit Jahren kämpften drei Jugendliche wieder einmal um einen Prinzenvogel, den schließlich Annika Merkelbag mit dem 83. Schuss von der Stange holte. Fast zeitgleich beendete Christel Cremer mit dem 111. Schuss den Wettkampf um die Würde der Schützenliesel, denn die beiden Vögel hatten offenbar beschlossen, erst halb, dann ganz nur gemeinsam auf die ewige Flugwiese zu gehen.
Und dann, gegen Abend, schlossen sich die Schleusen des Himmels und machten den zahlreich erschienenen Besuchern möglich, den Höhepunkt des Festes im Trockenen zu verfolgen. Gegen 20 Uhr eröffneten Heinrich Cremer und Bürgermeister Meier die Jagd auf den Königsvogel. Nach zweieinhalb Stunden und 236 Schuss setzte sich schließlich Hans-Hermann Bock gegen seine drei verbliebenen Konkurrenten durch und wurde nach genau zehn Jahren zum zweiten Male König der Bruderschaft.
Während der anschließenden Proklamation verriet Hans-Dieter Müller noch zwei Geheimnisse: Jan Merkelbag löste seinen Bruder Jonas als Schülerprinz ab, während Karl-Heinz Müller nach drei Königstiteln in diesem Jahr zum ersten Mal die Würde des Scheibenkönigs erringen konnte.
Gemeinsam mit den neuen Majestäten feierte man noch bis in die Nacht hinein und wartet nun auf ihre Krönung am 18. September.