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Festbericht
über das 324. Schützen- und Volksfest in Buschbell
vom 28. bis 30. Juli 2007

Die Vorbereitung eines Schützen- und Volksfestes ist immer mit viel Arbeit verbunden – Wochen und Monate zuvor müssen Verträge geschlossen, Bestellungen aufgegeben und Aufgaben verteilt werden. So war es dann ein gutes Zeichen, dass bei der Festversammlung am 21. Juli nur noch die Reihenfolge des Königsschießens ausgelost werden musste, denn in die „ganz heiße Phase“, die Vorwoche, konnten wir mit einiger Ruhe gehen. Dank der guten Vorbereitungen schlüpfte der Schießstand fast von selbst in die gewünschte Position, und dank der vielen hilfsbereiten Mitglieder lief auch der Transport der vielen benötigten Dinge und schließlich die Herrichtung des Festplatzes reibungslos. Beim abendlichen Grillen lachte daher die Sonne mit uns Schützen um die Wette.

Samstagmorgen jedoch hatten sich die Schleusen des Himmels geöffnet – und wollten sich einfach nicht schließen. Schnell musste ein „Plan B“ entwickelt, die Aula hergerichtet und alles für den Innenbetrieb vorbereitet werden. Unsere bayrischen Freunde von den Adler-Schützen aus Willmering brachten dann aber doch so viel Sonne mit, dass es für den ganzen Rest-Samstag reichte. Nachdem wir sie im Vereinslokal „Schenk“ empfangen und auf die Quartiergeber verteilt hatten, konnten sich die Schützen auf dem Festplatz zum Abholen der Majestäten und Würdenträger aufstellen. Die dunklen Wolken im Nacken erfolgte die anschließende Kranzniederlegung am Ehrenmal, die erstmals auf diesen Termin gerutscht war, fast buchstäblich im Vorbeigehen. Auf dem Festplatz allerdings empfing den Schützentross dann ein fast strahlend blauer Himmel, so dass die Feierlaune sich schnell einstellte und der Biergarten sich immer weiter füllte. Besonders gut war an diesem Eröffnungsabend der Besuch aus der Bevölkerung, was sich auch in der Beteiligung am Bürgerkönigsschießen widerspiegelte. Hier versuchten 13 Aspiranten ihr Glück, unter denen Achim Stenzel mit dem 133. Schuss als Sieger und neuer Bürgerkönig unserer Bruderschaft hervorging.

Pünktlich zum Abschuss des Bürgerkönigsvogels waren die Rhein-Erft-Musikanten erschienen und konnten so der neuen Majestät bereits ein Ständchen spielen. Eigentlicher Grund ihres Kommens, ebenso wie der des Tambourcorps THC Köln-Kalk „Humbold“ war der Große Zapfenstreich, der zu Ehren der amtierenden Majestäten gespielt wurde. Ein stimmungsvoller Fackelzug, in diesem Jahr auch unter Beteiligung des Geselligkeitsvereins „Freundschaft“ Hücheln, führte einmal ums Karree, um dann in jenem ehrwürdigen und schönen Zeremoniell des Zapfenstreichs aufzugehen. Danach wurden die Schießwettbewerbe für Jedermann fortgesetzt, und beim Bürgerpokalschießen konnte sich Marlies Trierscheidt vor Günther Wallrath-Erkens und Roland Schmiedchen durchsetzen – offenbar war in Hücheln Zielwasser verteilt worden.

Obwohl für die Geschichte festgehalten werden kann, dass es am Schützenfestsamstag nicht regnete, wurde die gute Stimmung fast pünktlich nach Mitternacht getrübt oder besser: aufgeweicht. Kaum hatten die hervorragend spielenden und viel gelobten „Himmelstürmer“ eine Verlängerung bis ein Uhr erhalten, öffneten sie sich wieder – die schon zitierten Himmelsschleusen, und bis auf einen „harten Kern“, der gerüchteweise bis zum Sonnenaufgang durchgehalten hat, leerte sich der Platz daraufhin recht bald.

Dabei hätten die Feierlichkeiten länger als üblich dauern können, denn am folgenden Sonntagmorgen läuteten die Kirchenglocken nicht wie üblich um 9.30 Uhr, sondern dank des Einverständnisses des Pfarrverbands Frechen und der Pfarrei St. Ulrich erst um 11.00 Uhr. Damit wurde die Schützenfestmesse erstmalig als besondere im Jahreskreis herausgehoben; wie schon 2006 war sie auch inhaltlich stärker auf unsere Bruderschaft zugeschnitten. Weil der kleine Festzug am Sonntagmorgen durch die Umstellungen weggefallen war, war leider das Frühschoppen, das regenbedingt in der Aula stattfinden musste, weniger gut besucht. Gleichwohl freute sich Maria Hövel von der Elterninitiative Herzkranke Kinder Köln e.V., zum elften Mal in Folge einen Scheck vom Vereinsvorsitzenden Hans-Dieter Müller und seiner Gattin Christa in Empfang nehmen zu dürfen. Diesmal waren stolze 1.400 Euro zusammengekommen, von denen für die Kinder Spiele und andere Dinge, die den Krankenhausalltag erträglicher machen, angeschafft werden können. Auch der CDU-Ortsverband steuerte erstmalig eine Spende in Höhe von 250 Euro bei.

Am frühen Nachmittag trafen dann die Delegationen der befreundeten Vereine und Bruderschaften ein. Petrus hatte wenigstens gegen 15.00 Uhr ein Einsehen und erlaubte einen kurzen Vorbeimarsch trockenen Fußes. Während des übrigen Nachmittags aber herrschte trübes Regenwetter vor, so dass die Schießwettbewerbe um die Ehrenpreise nur von Wenigen verfolgt wurden. Bei den Schülern siegten mit jeweils 29 Ringen Carina Rudolph (Lövenich) vor Martina Klein (Geyen), bei den Jugendlichen setzte sich Silvia Bonhow (Geyen) vor Siegfried Lantzberg (Frechen) durch. In der Schützenklasse trug Paul Wagner (Geyen) den Sieg vor Hansi Faßbender (Königsdorf) davon. Trotz des wenig einladenden Wetters blieben viele Schützenfreunde noch einige Stunden in der trockenen und warmen Aula zu Gast, bis am frühen Abend der nächste Wettbewerb startete.

Das Schützenlieselschießen erfreute sich bei seiner Premiere auf dem neuen Termin großer Beliebtheit – 17 Damen aller Altersklassen konkurrierten um den ersten Holzvogel des Schützenfestes und lieferten sich einen spannenden Wettbewerb, den erst mit dem 209. Schuss unsere stellvertretende Jugendleiterin Leane Pohl für sich entscheiden konnte. Mit der neuen Majestät flüchteten sich die Schützen und Festbesucher dann gleich wieder ins Warme, um noch einige Stunden zusammen zu feiern.

Der Montagmorgen begann dann traditionell mit einem gemeinsamen Frühstück, das wieder von Schützenliesel und Scheibenkönig, in diesem Jahr also von Barbara Wortmann und Christian Ziesler, gestiftet worden war. So gestärkt gingen die Schützen, vor allem die Vereinsjugend, ans Werk, um das Preisschießen durchzuführen und die Ritterorden zu vergeben. Hier siegte wie im letzten Jahr Marijke Merkelbag als erster Ritter vor ihrer Schwester Annika. Die nachmittäglichen Schießwettbewerbe beschloss ein Gästevogelschießen für unsere Freunde aus Willmering, die am frühen Nachmittag die Kölner Altstadt unsicher gemacht hatten. Es siegte Daniel Kulzer mit dem 125. Schuss.

Der Höhepunkt eines jeden Schützenfestes ist das Königsvogelschießen. Fünf Aspiranten hatten sich in diesem Jahr letztlich gefunden, um das hölzerne Federvieh von der Stange zu holen und sich damit den höchsten Würdentitel der Bruderschaft zu sichern. Aber ach! Da wurde ein Riss im Holz gewahrt und das Tempo kaum eine Stunde nach Beginn des Schießens gedrosselt. Schließlich sollte den wenigen, aber treuen Gäste, die es bei immer wiederkehrenden Schauern und einer Außentemperatur von 10 Grad auf den Festplatz geschafft hatten, noch ein wenig Unterhaltung geboten werden. Die bekamen sie dann schließlich im Übermaß, denn trotz großer Sorge und rissigem Holz – der Vogel fiel und fiel nicht. Obwohl es in zehn Meter Höhe doch noch etwas kälter sein musste als ebenerdig, gefiel es dem frechen Holzstück auf seiner Stange doch offenbar so sehr, dass er erst beim 346. Schuss erst ein wenig hüpfte, dann aber doch in die Tiefe fiel. Glücklicher Schütze war unser stellvertretender Schießmeister Hans-Willi Stemmler, noch glücklicherer erster Gratulant sein „Chef“ Heinrich Bock. Königin Klarissa wird unbestätigten Pressegerüchten zufolge mit den Worten „Hast du gut gemacht, Schatz!“ zitiert. Ein Jahr lang regieren die beiden nun das Sebastianervolk.

Bei der anschließenden Proklamation der neuen Würdenträger gab Präsident Hans-Dieter Müller noch einige bis dahin gut geschützte Geheimnisse preis: beim am Familientag stattgefundenen Schießen der Schüler und Jugendlichen setzte sich Lars Pohl mit 29 Ringen als Schülerprinz und Jan Merkelbag mit 30 Ringen durch. Den Förderkönigspokal konnte sich Marlies Trierscheidt mit 46 Ringen sichern. Und neuer Scheibenkönig? Das war ein bekanntes Gesicht am Abend, denn neben dem Königstitel fiel diese Würde mit einem hervorragenden 9er Teiler an unsere neue Majestät Hans-Willi Stemmler, der somit auch erster Doppelkönig seit Einführung der RSB-Königswürde im Jahr 1989 ist. Frierend, aber glücklich zogen die neuen Majestäten und die Schützen aus Buschbell und Bayern für noch einige schöne Stunden in die Aula, um das Fest ausklingen zu lassen. Ihre feierliche Krönung erleben sie am 15. September im Rahmen des Krönungsfestes.

Die Würdenträger 2007/2008 in der Übersicht:
Schützenkönig: Hans-Willi Stemmler
Scheibenkönig: Hans-Willi Stemmler
Schützenliesel: Leane Pohl
Jungschützenprinz: Jan Merkelbag
Schülerprinz: Lars Pohl
Bürgerkönig: Achim Stenzel
Förderkönig: Marlies Trierscheidt
Gästekönig: Daniel Kulzer
1. Ritter: Marijke Merkelbag
2. Ritter: Annika Merkelbag